Die Kunst, ein Trekking-Mittagessen zuzubereiten, das nicht in einem matschigen Durcheinander endet
Ich öffnete einmal meinen Rucksack an einem Aussichtspunkt und hatte schon den perfekten Sandwich im Mund, den ich morgens eingepackt hatte. Doch was ich stattdessen herauszog, war ein feuchter, zerdrückter, fast schon trauriger Abklatsch dessen, was es einmal gewesen war. Die Tomaten hatten kapituliert. Das Brot hatte alles aufgesogen. Es war zwar noch essbar, aber nicht gerade ein Stimmungsaufheller. An diesem Tag wurde mir klar: Wandersandwiches sind nicht dasselbe wie Sandwiches aus der Küche.
Die Zubereitung eines guten Wandersandwiches erfordert weniger Kreativität als vielmehr eine gute Struktur.
Warum Wandersandwiches eine Strategie brauchen
Wandern bringt Bewegung, Druck, Wärme, Feuchtigkeit und Zeit mit sich. All das greift das Brot zuerst an. Ziel ist es, ein Sandwich zuzubereiten, das seine Form behält, frisch bleibt und auch Stunden später noch gut schmeckt.
Schritt 1: Das richtige Brot auswählen
Brot ist die Grundlage. Weiches Sandwichbrot übersteht selten lange Strecken. Besser geeignet sind robustes Vollkornbrot, Sauerteigbrot, Baguettebrötchen oder Fladenbrote und Wraps. Das Brot sollte formstabil und feuchtigkeitsbeständig sein. Etwas festeres Brot macht bis zum Mittagessen einen großen Unterschied in der Konsistenz.
Schritt 2: Eine Feuchtigkeitsbarriere schaffen
Das ist der Trick, den die meisten Anfänger übersehen. Bestreichen Sie die Innenseiten beider Brotscheiben mit Butter, Hummus, Nussbutter oder Frischkäse. Diese Schicht schützt das Brot vor den feuchten Zutaten. Wenn Sie saftige Füllungen wie Tomaten oder Essiggurken verwenden, legen Sie diese in die Mitte des Sandwiches zwischen die Zutaten, anstatt direkt auf das Brot.
Schritt 3: Trail-freundliche Füllungen auswählen
Konzentrieren Sie sich auf Zutaten, die nicht schnell verderben, ihre Form behalten und bei Zimmertemperatur gut schmecken. Geeignete Alternativen sind beispielsweise Hartkäse, Nussbutter, Wurstwaren, geröstetes Gemüse, Hummus und festes Blattgemüse wie Spinat. Vermeiden Sie zu feuchte Zutaten, es sei denn, Sie verpacken diese separat.
Schritt 4: Montage unter Berücksichtigung der Kompression
Drücken Sie das Sandwich fest, aber nicht zu fest. Eine leicht kompakte Form verhindert das Verrutschen. Das Halbieren des Sandwiches vor dem Einpacken kann ebenfalls ein Verrutschen im Inneren reduzieren.
Schritt 5: Richtig einwickeln
Verzichten Sie auf lose Frischhaltefolie, da diese Feuchtigkeit einschließt. Besser geeignet sind Backpapier, Wachspapier oder wiederverwendbare Sandwichfolien. Legen Sie das eingewickelte Sandwich anschließend in einen festen Behälter oder oben in Ihren Rucksack, wo es nicht zerdrückt wird. Es unter schwerem Gepäck zu verstauen, führt fast immer zu Enttäuschung.
Drei zuverlässige Ideen für Wandersandwiches
Nussbutter und Banane passen gut zusammen, da die Nussbutter eine Feuchtigkeitsbarriere bildet und die Bananen einige Stunden haltbar sind. Eine Prise Salz verbessert den Geschmack. Hartkäse und Salami sind einfach, haltbar und sättigend. Etwas Senf gibt zusätzlichen Geschmack, ohne die Flüssigkeit zu überdecken. Hummus und geröstetes Gemüse sind eine wunderbare Kombination, wenn das Gemüse geröstet statt roh verwendet wird, um den Wassergehalt zu reduzieren.
Ein kurzer Exkurs zur Lebensmittelsicherheit
An heißen Tagen sollten Sie leicht verderbliche Zutaten, insbesondere Mayonnaise-haltige Füllungen, meiden. Bei hohen Temperaturen empfiehlt sich die Verwendung einer Kühltasche oder eines kleinen Kühlakkus. Wandersandwiches sollten praktisch und sicher sein.
Meine persönliche Erkenntnis nach vielen Wanderungen
Ein gutes Wandersandwich ist stabil, ausgewogen und vor Feuchtigkeit geschützt. Sorgfältig zubereitet, gehört es zu den schönsten Momenten des Tages. Sich auf einen Felsen zu setzen, ein gut gemachtes Sandwich auszupacken und festzustellen, dass es die Wanderung wie geplant überstanden hat, ist ein kleiner, aber echter Erfolg.